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Hier im Blog von INTO LIFE finden Sie dies und das zu den Kategorien
rechts und meinem Hebammenleben und was mir sonst noch zum Thema über
den Weg läuft ...
Donnerstag, 17. September 2009
Was man ja immer schon ahnte: Vornahmen-Bashing ist Realität. Zweitausend Grundschul-Lehrer wurden gebeten, Vornamen gewisse Attributen oder Lernmerkmalen zuzuordnen. Und was kam dabei heraus: Chantal und Mandy sind in der Annahme der Pädagogen nicht so fleißig wie Charlotte und Marie. Maximilian und Konstantin gelehriger als Dennis und Justin. Bestimmt auch akkurater gescheitelt.
Und Kevin hat es gar zu so etwas wie einem Gattungsbegriff geschafft. Super-Nanny-Kanditat qua Namensurkunde.
Man könnte also sagen: Entweder Kind eines Gala-Protagonisten oder eher bildungsfern. Auch bei Brangelina kann man sich ja mittlerweile vielfältig inspirieren lassen.
Als Hebamme ist man in solchen Dingen natürlich ganz am Puls der Zeit. Zur Zeit schwer angesagt für Mädchen sind - ich nenne sie Amazonen-Namen (die man sich nur als Zweitname traut): Electra. Fortuna. Super. Und, bei den Jungs: Maria als Zweitname. Cowboynamen (John, Jim. Bonanza).
Also: Achtung bei der Namenswahl. Denn schon viel früher wusste man: Nomen est Omen ;-)
Und hier kann man die Oldenburger Vornamens-Studie lesen
Dienstag, 25. August 2009
Das klingt doch sehr nach vertrautem Alltag: Ein Leben in den verschiedenen Rollen: Künstlerin (naja), Mutter, Brötchenverdienerin, Liebende, Partnerin, Managerin, Bordcomputer.
Kernspaltung. Sehr gute Beschreibung. Das will ich auch in Bildern sehen.
Ich kenne Illustrationen von ihr aus der Heimat Hamburg - und gehe hin.
Sonntag, 9. August 2009
Nun ist also die Schweinegrippe auch bei den Schwangeren angekommen. Beziehungsweise bei dem Umgang damit. Gestern las ich auf SPIEGEL ONLINE einen Artikel zum Thema "Impfen" vs. "Schweinegrippe kriegen".
Vorweg möchte ich einmal ausdrücklich in das "Anti-Panik-Horn" pusten. Es gab wohl selten eine Grippewelle, die so harmlos war wie die Schweinegrippe bisher. Bei jeder "normalen" Wintergrippewelle sterben pro Erkrankten viel mehr Menschen. Eine Massenimpfung, so wie angedacht, entspricht ziemlich exakt den Träumen "der Pharmaindustrie" - und hat gute Chancen auf Erfüllung. Nicht weil sie Sinn macht, da sind sich ja die meisten der ernstzunehmenden und nicht lobbygebundenen Experten einig. Sondern weil es Massenhysterie gibt - und eben Geld. Aber das ist ein anderes Thema (Selbiges dürfte übrigens auch für eine vielleicht fatale Entwicklung verantwortlich sein: Es zeigen sich erste Fälle von Tamiflu-Resistenzen - welche sich durch den häufigen und sicherlich vielerorts voreiligen, massenhaften Einsatz des Medikaments vorraussehbar entwickeln).
Was nicht heißt, dass ich grundsätzlich zu geselligen Zusammenkünften à la Masernparty raten würde. Aber so wie es im Moment aussieht, ist eine Infektion eines Großteils der Bevölkerung weder vermeidbar noch schlimm. Allerdings gilt genau das zweite möglicherweise aber nicht für Schwangere.
In dem unten verlinkten Artikel geht es um folgendes wissenschaftliche Dilemma und folgende Zahlen: Bislang weiß man, dass die Schweinegrippe für schwangere Frauen statistisch gefährlicher ist als für die Gesamtbevölkerung. Die Zahl, die im Artikel genannt wird, heißt: 50 % aller an der Schweinegrippe gestorbenen Frauen im gebärfähigen Alter waren schwanger. Um die Zahlen statistisch korrekt einander gegenüberzustellen, müsste man jetzt wissen, wie viel Prozent ALLER Frauen im gebärfähigen Alter gerade schwanger sind. Ein weiteres "Problem" ist natürlich die Fallzahl insgesamt. Es sind ja zum Glück bisher insgesamt wenige Menschen an der Schweinegrippe gestorben.
Und die Impfung: die kann und wird man nicht an Schwangeren testen. Keine Ethikkommission in Deutschland würde dies zulassen, zu unkalkulierbar scheinen die Risiken für Mutter und Kind.
Ein nicht getesteter, "auf die Schnelle entwickelter" Impfstoff birgt natürlich Risiken, auch hier sind sich die Experten einig. Und das ist das Dilemma.
Sicher wird es in der nächsten Zeit weitere Entwicklungen und Erkenntnisse zu diesem Thema geben. Ich halte Sie hier auf dem Laufenden.
Und hier geht es zum SPIEGEL ONLINE Artikel
Schweinegrippe: Impfen in der Schwangerschaft?7.11.09: Und einen aktuelleren Blogeintrag mit weiteren und neuen Informationen
hier
Sonntag, 2. August 2009

Titelthema im neuen Spiegel 32/2009 - ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt und erfreulicherweise gleich im Untertitel auftaucht: Gelassenheit in der Erziehung. Die Autorin Kerstin Kullmann, selbst Mutter eines kleinen Sohnes, beschreibt, wie wenig sich Eltern auf sich selbst, ihre Intuition oder schlicht den gesunden Menschenverstand verlassen sondern stattdessen mehr und mehr Ratgeber lesen oder ihr Kind in Schreiambulanzen, Ergo- und Verhaltenstherapien, Erziehungsberatungen schleppen und scheinbar entweder überfordert sind oder sich nichts mehr zutrauen an Erziehungskompetenz.
Weil Erziehung und damit die Experterallye ja schon in der Schwangerschaft beginnt, wurde auch eine Hebamme vom Spiegel gefragt. Und ich habe geantwortet. Natürlich sind die drei übrig gebliebenen Zeilen, aus mehreren längeren Gesprächen extrahiert, nicht unbedingt das, was ich zusammengedampft auf drei Sätze gerne gesagt hätte. Und zur "Gebärperformance" im Geburtsvorbereitungskurs würden mir auch ein paar ergänzende Worte einfallen (warum ich das mache und warum das wichtig ist. Ist in echt natürlich heavy, aber eben nur ein "Teil des Ganzen"). Aber mit dem Gesamtartikel bin ich sehr glücklich (was allerdings das Stethoskop auf dem Foto soll, weiß allein der Fotograf ... dazu habe ich mich unsinnigerweise überreden lassen).
Und schön, dass hier Größen wie Remo Largo zu Wort kommen und ein wohltuendes Gegengewicht zur "Jedes-Kind-kann-funktionieren-lernen"-Literatur bilden.
Wirklich lesenswert und überfällig!
(Spiegel-Titel: Chris Payne)
14.09.09: Jetzt kann man den Artikel auch
hier lesen
Freitag, 24. Juli 2009
Ein Pezziball: unverzichtbar fürs Gebären, weil frau sich so gut drauflehnen und draufsetzen kann und sich gleichzeitig bewegen. Dadurch werden Wehen erstens halbwegs ertragbar und zweitens durch die verschiedensten aufgerichteten Haltungen möglichst effektiv. Auch vorher (sitzen/Rückenschmerzen) und hinterher (Baby/schuckeln) ist so ein Ding klasse. Nur: Besonders toll sehen sie nicht unbedingt aus und außerdem laden sie sich elektrisch auf und werden so zum Staubmagneten.
Gestern lief mir dieser hier übern Weg. Kluwen heißt er: ein Objekt, und gleichzeitig ein benutzbares Sitzmöbel. Wunderschön!
Kleiner Haken: der Preis - er kostet leider schlappe 880 Euro. Nehmen wir´s als Kunst am Bau ... Von
raumgestalt.net
Montag, 13. Juli 2009
Mit der Umstellung auf unser neues Online-Shop-System sind wir auch einen weiteren Schritt gegangen und haben unsere Versandart für alle Online-Shop-Bestellungen umgestellt. Wir verschicken ab jetzt alle Bestellungen mit DHL GoGreen, dem klimafreundlichen Versand der Deutschen Post. Sie können zukünftig auch nicht mehr wählen, wir verschicken nur noch so. Natürlich habe ich mich zunächst auch gefragt, wie „bio“ dieser Versand denn nun wirklich ist und wie viel „schickes Label und Medienaufmerksamkeit“. Auf meine Frage, ob denn die Päckchen per Fahrrad ausgeliefert würden, reagierte die Dame im Callcenter ein bisschen beleidigt. Jedenfalls werden pro Päckchen zehn Cent in CO2-Bilanz-positive Projekte gesteckt, dazu gehören „postinterne“ Maßnahmen wie Forschung an alternativen Fahrzeug- und Kraftstofftechniken, aber auch „externe“ Projekte, wie Regenwaldaufforstung und Förderung von Solarenergie in Asien, werden unterstützt. Wir retten damit nicht die Welt – aber unter allen Versandarten ist dies die einzige, die sich überhaupt darum kümmert. Deshalb machen wir das. Und für Sie entstehen natürlich keine Mehrkosten.
Mehr zu DHL GoGreen finden Sie hier
Sonntag, 5. Juli 2009
Die Reproduktionskrise. Heute, 23.45 Uhr, br
Eine spannende Theater-Doku-Produktion: Das dokumentarische Theaterstück „Torschusspanik“, lief im Thalia Theater in Hamburg und behandelt das Thema „Kinderwunsch“, jenseits von der Leyen. Der gesellschaftliche Diskurs unserer Generation, Kinder! Ja oder nein, jetzt, später, zu spät, nie, mit wem oder allein …
Mirjam Neidhart interviewte Menschen quer durch alle Schichten, für die das Thema „Thema“ ist und die Regisseurin Simone Blattner machte am Thalia ein Stück draus. Die beiden Autoren des heute gezeigten Fernsehfilms, Jörg Adolph und Gereon Wetzel schauen auf beides:
„Hier die realen Lebensgeschichten und Schicksale, dort der Versuch aus diesen Interviews einen Theatervorgang zu gestalten. Realität wird zum Theater und das Theater erzeugt seine eigene Realität. Der Film spielt sich im Dazwischen ab. Ein doppelt dokumentarischer Blick auf die Schwierigkeiten von Reproduktion – im Leben und auf der Bühne, so der Slogan der beiden Autoren im Exposé.“ (br-online.de)
Klingt spannend: gucken!
Mittwoch, 1. Juli 2009
In loser Folge finden Sie hier im Blog auch Themen, die mir in meiner täglichen Hebammenarbeit immer wieder begegnen. Fragen aus den Geburtsvorbereitungs- oder „Leben mit einem Kind“-Kursen, oder Dinge, die nach der Geburt, in der ersten Zeit zu Hause, immer wieder auftauchen. FAQ´s an die Hebamme, sozusagen.
Eine häufige Frage, wenn es VOR der Geburt um das Thema „Schmerzen während der Geburt“ geht, dreht sich um die verbreitete Tatsache, dass schwangere Frauen von ihrer Umwelt nicht gerade in Ruhe gelassen werden, was (oft ungefragt) anzuhörende Geburtserlebnisse angeht. Hier wird dann auch nicht mit Details gespart. Zu dem Geburt in Sachen Schmezen also zum Beispiel so: „Ich habe dann endlich nach 6 (8, 20) Stunden eine PDA gekriegt. Das war so toll, mach das bloß von Anfang an. Ich hätte nicht gewusst, wie ich das OHNE je hätte schaffen können. Hat dann ja immer noch 3 (6, 10) Stunden gedauert.“
Zur Frage „Warum tut eine Geburt überhaupt weh und ist man nicht vollkommen blöd, das freiwillig auszuhalten“ werde ich sehr bald einen ausführlichen Artikel im Magazin schreiben.
Und um den Phantasien, Hebammen fänden PDA´s sowieso überflüssig und täten alles, um sie den Frauen auszureden, eins vorweg: eine PDA im richtigen Moment ist Gold wert und ich bin sehr froh, im 21. Jahrhundert Hebamme zu sein.
Das Entscheidende, bezogen auf die obige Frage, ist die Tatsache, dass eine PDA massiv in das hormonelle Geschehen einer Geburt eingreift – weil eben der Schmerz fehlt. Ohne diesen Schmerz -keine Endorphine. Diese (zusammen mit dem Oxytocin, dessen Ausschüttung dann ebenfalls blockiert wird) sind überhaupt erst die Voraussetzung, dass eine Frau in einen sehr speziellen psycho-emo-mentalen Zustand gerät: sozusagen in Gebärtrance. Und in diesem Zustand ist alles möglich. Alles! Sogar gebären, wie unvorstellbar auch immer das scheint. Die intellektuelle Gedankenwelt (neurologisch gesprochen: die Stimulation der Hirnrinde, der Neokortex) wird dabei nahezu vollkommen ausgeschaltet. Und so schafft man das mit den Schmerzen „irgendwie“. Sobald allerdings dieser (übrigens fragile und durchaus störanfällige) Zustand aufgehoben ist, setzt rationales Denken wieder ein. Und die Schmerzschwelle sinkt drastisch. Was dann zur Folge hat, dass eine Frau, deren PDA-Dosis (eine hält etwa eineinhalb bis zwei Stunden, dann wird bequem nachdosiert) langsam abnimmt, die Wehen wieder spürbar werden, denkt (vollkommen zurecht): „Oje, und diese Schmerzen, noch viiiiel doller, habe ich zuvor stundenlang ausgehalten. Ich muss total blöd gewesen sein“. Nö, war sie nicht. Nur in diesem besonderen und psychedelischen Zustand und auch nicht mehr ganz auf dieser Welt. Genau richtig zum Gebären. Und Frauen, die ohne PDA ihre Kinder bekommen haben, denken höchst selten (aber auch das kommt vor, allerdings vor allem dann, wenn der Eindruck entstand, die PDA wurde ihnen aus irgendeinem Grund vorenthalten): „Hätte ich das doch mit PDA gemacht“.
Und genau daran schließt sich eine weitere Frage an: „Ich habe gehört, es gibt einen Moment, da ist es dann zu spät für eine PDA. Könnte die Hebamme mir nicht freundlicherweise Bescheid sagen, kurz bevor dieser Moment kommt“? Diese Frage beantworte ich demnächst hier an dieser Stelle.