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Kareen Dannhauer, Hebamme

INTO LIFE - Besonderes für andere Umstände - Kareen Dannhauer, Hebamme

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Hier im Blog von INTO LIFE finden Sie dies und das zu den Kategorien rechts und meinem Hebammenleben und was mir sonst noch zum Thema über den Weg läuft …

Hier habe ich ja schon mal vor einigen Wochen etwas zur Schweinegrippe geschrieben. Und weil sich die Schlagzeilen überschlagen und weil es nun auch (wegen gestiegener Fallzahlen) mehr Wissen über den Verlauf generell und in bestimmten “Bevölkerungsgruppen” gibt: Hier kommt ein bißchen was Aktuelles und Valides inmitten der beginnenden Panik.

Ein US-Mediziner hat die weltweiten Zahlen ausgewertet. Ich greife nur mal ein paar Dinge heraus und schaffe es vielleicht, übers Wochenende längere Passagen zu übersetzen. Hier wegen der Aktualität aber schonmal ein paar Fakten in Kurzform:

Die Schweinegrippe ist und bleibt bisher eine ausgesprochen mild verlaufende Form der Grippe. Milder und mit weniger Morbidität (schwere Verlaufsformen) und weniger Mortalität (Sterblichkeit) als jede saisonale Grippe in den Jahren zuvor!
Schwangere haben im Gegensatz zu früher veröffentlichten Zahlen KEIN erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Ein Grund für diese erste These war die, dass die Schweinegrippe generell unter den 25 bis 49jährigen häufiger auftritt.
Risiken für einen schwerern Krankheitsverlauf hingegen ist Übergewicht und eine pulmonale Vorerkrankung, wie beispielsweise Asthma sowie Rauchen.
Impfungen bei Kindern unter zwei Jahren sind so gut wie zwecklos, da diese so genannte low- oder none-responder sind, also gar keinen Impfschutz aufbauen.
Es gibt weiterhin keine Daten über die Impfverträglichkeit bei schwangeren Frauen – für die Frauen und ihre ungeborenen Babys.
Und hier gibts die englischsprachige Seite im Langtext.

Nun ist also die Schweinegrippe auch bei den Schwangeren angekommen. Beziehungsweise bei dem Umgang damit. Gestern las ich auf SPIEGEL ONLINE einen Artikel zum Thema “Impfen” vs. “Schweinegrippe kriegen”.

Vorweg möchte ich einmal ausdrücklich in das “Anti-Panik-Horn” pusten. Es gab wohl selten eine Grippewelle, die so harmlos war wie die Schweinegrippe bisher. Bei jeder “normalen” Wintergrippewelle sterben pro Erkrankten viel mehr Menschen. Eine Massenimpfung, so wie angedacht, entspricht ziemlich exakt den Träumen “der Pharmaindustrie” – und hat gute Chancen auf Erfüllung. Nicht weil sie Sinn macht, da sind sich ja die meisten der ernstzunehmenden und nicht lobbygebundenen Experten einig. Sondern weil es Massenhysterie gibt – und eben Geld. Aber das ist ein anderes Thema (Selbiges dürfte übrigens auch für eine vielleicht fatale Entwicklung verantwortlich sein: Es zeigen sich erste Fälle von Tamiflu-Resistenzen – welche sich durch den häufigen und sicherlich vielerorts voreiligen, massenhaften Einsatz des Medikaments vorraussehbar entwickeln).

Was nicht heißt, dass ich grundsätzlich zu geselligen Zusammenkünften à la Masernparty raten würde. Aber so wie es im Moment aussieht, ist eine Infektion eines Großteils der Bevölkerung weder vermeidbar noch schlimm. Allerdings gilt genau das zweite möglicherweise aber nicht für Schwangere.

In dem unten verlinkten Artikel geht es um folgendes wissenschaftliche Dilemma und folgende Zahlen: Bislang weiß man, dass die Schweinegrippe für schwangere Frauen statistisch gefährlicher ist als für die Gesamtbevölkerung. Die Zahl, die im Artikel genannt wird, heißt: 50 % aller an der Schweinegrippe gestorbenen Frauen im gebärfähigen Alter waren schwanger. Um die Zahlen statistisch korrekt einander gegenüberzustellen, müsste man jetzt wissen, wie viel Prozent ALLER Frauen im gebärfähigen Alter gerade schwanger sind. Ein weiteres “Problem” ist natürlich die Fallzahl insgesamt. Es sind ja zum Glück bisher insgesamt wenige Menschen an der Schweinegrippe gestorben.

Und die Impfung: die kann und wird man nicht an Schwangeren testen. Keine Ethikkommission in Deutschland würde dies zulassen, zu unkalkulierbar scheinen die Risiken für Mutter und Kind.

Ein nicht getesteter, “auf die Schnelle entwickelter” Impfstoff birgt natürlich Risiken, auch hier sind sich die Experten einig. Und das ist das Dilemma.

Sicher wird es in der nächsten Zeit weitere Entwicklungen und Erkenntnisse zu diesem Thema geben. Ich halte Sie hier auf dem Laufenden.