Into Life

Kareen Dannhauer, Hebamme

INTO LIFE - Besonderes für andere Umstände - Kareen Dannhauer, Hebamme

Blog

Hier im Blog von INTO LIFE finden Sie dies und das zu den Kategorien rechts und meinem Hebammenleben und was mir sonst noch zum Thema über den Weg läuft …

Das TIME-Magazine hat mal wieder einen Aufsehen erregenden Titel:

ARE YOU MOM ENOUGH?

Hier geht es also darum, wie viel Mutter man sein soll, darf, muss …, um “das Allerbeste” für das Kind zu erreichen. Hintergrund und Thema im Heft sind die Theorien William Sears´, der seit vielen Jahren zum Thema “Bindung” und Bedürfnisse kleiner Babys forscht und publiziert (auf deutsch erschienen “Schlafen und Wachen”, “Das 24-Stunden-Baby” und weitere mehr) und sicher Bahnbrechendes auf diesem Gebiet geleistet hat.

Viele seiner Ergebnisse mündeten in die neueren Empfehlungen, den kleinen Babys so viel Nähe wie möglich zu gönnen, Co-Sleeping (also das gemeinsame Schlafen in einem Bett), viel Tragen in Tuch oder Tragehilfe, langes Stillen sind wesentliche Bestandteile.

So, und nun mal wieder ein schönes Titelbild, das offenbar Tabus berührt: SO ein großes Kind (es ist fast vier Jahre alt) stillen? Ist das nicht pervers? Will das das Kind – oder die Mutter? Mir gefällt besonders, dass es eben eine junge, ausgesprochen attraktive “Großstadtmum” ist, also keine Ökoglucke à la “Mama Kelly”. Ja, so sehen sie aus, ob in New York oder eben Hamburg-Ottensen oder Berlin-Mitte. Und durchaus einige (!) stillen ihre “größeren Babys”.

In der in den US-Blogs entbrannten Diskussion geht es viel um die Selbstbestimmung oder auch Selbstaufgabe der Mütter, die Ausbeutung durch die Bedürfnisse der Kinder, all das.

Und darum, wie viel Nähe ein Baby eben braucht. Und dass dies meistens einiges mehr ist als das, was Frauen üblicherweise  als “noch nicht fremdbestimmt” wahrnehmen. Vor allem, wenn man es als “(noch)-nicht-Mutter” so liest oder hört. Dann kann man sich all das sowieso noch nicht vorstellen.

Tja, und wo ist da ein guter Weg, für die Mütter, für die Kinder? Und wo ist die Schnittmenge, der Punkt, an dem so viele verschiedene Bedürfnisse wie möglich unter einem Hut zusammen kommen?

Selbstverwirklichung – ist das egoistisch? Was bedeutet das plötzlich mit Kind? Wie viele Opfer muss die “moderne Mutter” bringen? Wie viel Verzicht ist von Seiten des Babys möglich, auf konsequente Nähe, auf Mama stets und immer, so wie es eben noch im evolutionären Muster Grundbedürfnis ist? Und Grundbedürfnis meint per definitionem: Nicht verhandelbar? Wie sehr rede ich mir schön, dass die Kita für wenige Monate alte Babys “ganz toll und bestimmt frühfördernd” ist?

Glauben Sie mir: ALL die Langzeitstillenden, die mir als Hebamme begegnen, hätten zuvor gesagt: “Ich stille xy-Jahre lang? Niemals!” Schmunzel. Es gibt eine unfassbar hohe Dunkelziffer an lange gestillten Kleinkindern!

Nur findet das eben meist komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, zuhause, im Bett, auch nicht im Café oder Spielplatz – und schon mal gar nicht auf dem Titel eines Blattes mit Welt-Aufmerksamkeit.

Spannendes Thema, immer wieder, und kaum eines, wo die Mütter so sehr zu Experten und vehementen Verfechtern des eigenen Weges werden.

Sehr schön. Allein deshalb finde ich es klasse.

Und Sie? Sind Sie Mutter genug? ;-)

Viel Spaß beim Finden eines eigenen Weges wünscht herzlich

Kareen Dannhauer, Hebamme.

Überfordert vom Kinderwunsch

8. September 2011

Aus der Süddeutschen vom 23.08.2011:

Hochfliegende Hoffnung und abgrundtiefe Enttäuschung – zwischen diesen beiden Polen wechselt oft die Stimmung von Paaren, die die Hilfe der Medizin in Anspruch nehmen, um ein Kind zu bekommen. Oft folgt auf Hormonspritzen, auf eine künstliche Befruchtung und das Einsetzen des Embryos nicht die ersehnte Schwangerschaft.

Der emotionale Stress belastet viele Frauen stärker als die unangenehmen medizinischen Prozeduren.

→ weiterlesen

Ich bekomme regelmäßig E-Mails. Von Frauen, die den Tee mögen, denen er geholfen hat, denen er geschmeckt hat, denen er nicht geschmeckt hat. Ich bekomme Anfragen zu einzelnen Inhaltsstoffen, zu Dosierungsempfehlungen, und zu bestimmten „Indikationen“.

Manchmal erzählen mir die Frauen auch ihre Geschichte, manchmal sehr bewegend. Und oft sind auch Geschichten darunter, die vom langen Warten auf ein Baby handeln. Und verknüpft damit immer die Frage, ob es nicht auch Teemischungen bei Kinderwunsch gäbe.

Natürlich gibt es die. Im meiner Praxis als Hebamme betreue ich persönlich auch Frauen, bei denen ein (weiteres) Baby auf sich warten lässt. Dies ist kein Schwerpunkt meiner Arbeit, aber gerade Frauen, die ich schon aus einer früheren Betreuung kenne, wenden sich gerne auch an mich.

Diese Kinderwunsch-Teerezepturen habe ich also schon lange in der Schublade, viel habe ich an ihnen im Laufe der Jahre gefeilt. Ich hatte mich bislang vor dem letzten Schritt gescheut, diese Tees auch „öffentlich“ zu machen, sprich, sie unter dem Dach von INTO LIFE ins Sortiment zu nehmen.

Aus verschiedenen Gründen, der wichtigste war der, dass ich es schwierig fand, ein „Produkt“ anzubieten, das so viel mit Wünschen, Sehnsüchten und Hoffnungen zu tun hat, wie der Wunsch nach einem Baby. Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, als ginge es schlicht darum, ein paar Tassen Tee zu trinken.

Ich weiß aber auch, dass viele Frauen auf die Kräfte der Natur vertrauen und sich auf dieser Ebene (durchaus auch neben „klassischer“ Kinderwunschtherapie durch ärztliche Kunst) vielleicht auch eine Begleitung wünschen, die Ihnen das Gefühl gibt, dass sie selbst auch etwas „tun“ können, etwas im Einklang mit ihrem Körper, etwas Unterstützendes.

Und deshalb gibt es jetzt zwei Kinderwunsch-Tees bei INTO LIFE. Einen für die erste, einen weiteren für die zweite Zyklushälfte. Sobald er zu kaufen ist (etwa Mitte Oktober), finden Sie hier die weiteren Neuigkeiten dazu.