Checkliste – Klinikkoffer: Luxus-Klopapier und mehr …

22. August 2016

Der große Tag wird kommen: Etwa drei oder vier Wochen vor der Geburt kannst du schon mal ein paar Dinge für die Geburt zusammenpacken, die du im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation gut gebrauchen kannst. Wenn es losgeht, bist du vermutlich nämlich ziemlich aufgeregt und vergisst möglicherweise die Hälfte. Deshalb folgt hier ein kleiner Spickzettel. Schreibe die Sachen, die dir persönlich wichtig sind, noch dazu und lege ihn auf die Tasche obendrauf. Alles, was noch im täglichen Gebrauch ist (Schlappen, Zahnbürste, Wimperntusche), kann dann schnell dazugepackt werden.

Wenn die Kreißsäle in »deinem« Krankenhaus sehr klein sind, kann es eine gute Idee sein, zwei Taschen zu packen: Eine, die du direkt im Kreißsaal brauchst, und eine weitere für die Wochenbettstation, die mit Babyautositz, Stillkissen und weiteren sperrigen Dinge erst mal im Auto warten kann. Zwei Dinge sind vielleicht schon für die Fahrt im Auto ganz praktisch: Ein Handtuch zum Draufsetzen (Achtung Blasensprung) und eine Spucktüte, weil einige Frauen sich zum Geburtsbeginn  ordentlich übergeben müssen.

  1. Kliniktasche für den Kreißsaal:
    • Ein Mäppchen mit Papierkram: Mutterpass, Krankenkassenkarte. Vielleicht dazu ein Spickzettel aus dem Geburtsvorbereitungskurs mit ein paar Geburtspositionen drauf oder auch den heißesten Tipps, an die du gern denken möchtest. Vielleicht hast Du Ideen zu Deiner Geburt in einem Geburtsplan festgehalten. Für die Geburtsurkunde zur Anmeldung beim Standesamt: Kopien von euren Eltern-Geburtsurkunden, das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde, wenn du verheiratet bist, oder die Vaterschaftsanerkennung/ gemeinsame Sorgeerklärung.
    • Gemütliche Kleidung, und zwar für euch beide.
    • Für dich: weiche Hose mit weichem Bund, zum Beispiel Yogahose, Leggings etc. Bequemes, weites Hemd oder T-Shirt, das den Po bedeckt. Schlappen. Bademantel oder gemütliche Strickjacke. Warme Socken.
    • Für deinen Partner: Auch er soll es bequem haben, möglicherweise muss auch er in verschiedenen Positionen auf dem Bett stundenlang verharren, um dich gut festzuhalten, mit enger Jeans oder Maßanzug geht das nicht gut. Deshalb auch für ihn: bequeme Hose, Schlappen, frische Socken, Zahnbürste.
    • Picknick. Du wirst während des Klinikaufenthaltes mit Essen von dort versorgt, wenn dir danach ist und du dann Lust auf Klinikessen verspürst, was auch immer dich unter dem Plastikdeckel erwartet. Frauen unter der Geburt haben meistens keinen wirklichen Hunger und beißen höchstens mal vom Apfel ab oder essen einen Löffel Joghurt. Alle Leckereien in dieser Snackrichtung, frisches Obst, deinen Lieblings-Saft, Tee – in der Thermoskanne, du kannst ihn aber auch in der Klinik frisch von deinem Mann kochen lassen, auch auf der Wochenbettstation gut –, Schokolade, Kekse, Energie-Riegel würde ich lieber mitbringen, um sich nicht komplett auf Angebot und Öffnungszeiten des Klinik-Kioskes verlassen zu müssen. Die Männer kriegen keine Komplettverpflegung. Damit dein Mann kreislaufstabil und belastbar bleibt, ist manchmal ein Stullenpaket durchaus eine gute Idee, Pizza lässt sich aber auch in den Kreißsaal ordern, fragt die Hebamme bei Bedarf danach (»Döner mit alles« lieber draußen essen und Kaugummi nicht vergessen).
    • Kulturbeutel. Mit dem Inhalt, der eben für dich dazugehört. Nicht vergessen: Waschlappen (dick und flauschig), Lippenbalsam, Deo am besten ohne Parfum – dein Baby findet deinen echten Duft sowieso am tollsten! Dein Nachtserum und dein Glätteisen wirst du sicher in den nächsten Tagen etwas vernachlässigen, weil es Wichtigeres gibt, aber ob und welche Schminksachen für dich dazugehören, ist Geschmackssache, und genau das nimmst du eben auch mit.
    • Lippenpflege für trockene Lippen bei Klimaanlage und Langstrecke-Schnaufen – mein Nipple-Balm ist super dafür und in den ersten Tagen nach der Geburt brauchst Du es sowieso.
    • Dinge, die »Geburtsatmosphäre« verbreiten. Dazu gehört alles, was schön aussieht, riecht, sich anfühlt, anhört, zum Beispiel: Musik (CDs oder deine spotify-offline-Listen mit Aktivbox. Mixe dir gerne vorher die eine oder andere Kreißsaal-Compilation mit verschiedenen Grundstimmungen), Massageöl, zum Beispiel mein Geburtsöl Lieblings-Badezusatz, Massageball, Wärmflasche, Lieblingskuschelkissen, Damm-Massageöl.
    • Licht ist armosphärisch wichtig, spätestens seit der EU-Verordnung zum Verbot herkömmlicher Glühlampen wissen wir das. In vielen Kreißsälen ist das auch umgesetzt, es gibt Dimmer an den Lampen. Kerzen sind wegen der Brandschutzverordnung mittlerweile verboten und es gibt eigentlich nur ein Leuchtmittel, das annährend an dieses warme kuschelige Licht herankommt („warmweiß“, hahaha), und das ist (Achtung, die Designpolizei muss jetzt einmal ganz tapfer sein): eine Salzlampe! Ich mische mich auch nicht gern in Eure heimische Raumgestaltung ein, vermutlich werdet Ihr aber in den Monaten nach der Geburt ein kleines Mini-Nachtlicht gut finden, das gerade genug Licht gibt, um Stillen zu können. Und die gibt es auch in der Salz-Variante zum in-die-Steckdose-stöpseln, dieses hier zum Beispiel
    • Eventuell ein Buch, Heft, Spiel zum Zeitvertreib, wenn die Geburt dauert und dauert … Während der Wehen ist da nicht dran zu denken, aber in Situationen wie einer Geburtseinleitung oder einem Blasensprung ohne Wehen ist so etwas eine hilfreiche Zerstreuung.
    • Eine Kamera. Oder: Dein Smartphone mit allen Ladekabeln und Adaptern, die du so brauchst. Während der Geburt ist es natürlich im Flugmodus oder am besten ganz aus.

Das Wichtigste ist: den Kreißsaalkoffer gleich beim Ankommen auspacken – eine wichtige Aufgabe für deinen Mann – und in Benutzung nehmen. Musik anmachen, Tee einschenken, Massageöl aufschrauben und in Sichtweite hinstellen. Sonst verrottet alles am Boden in der Tasche, was euch dann nach der Geburt auffallen wird.

Nehmt den Kreißsaal „in Betrieb“, macht ihn zu eurem Ort, an dem euer Baby geboren wird! Spart euch das nicht bis zum Schluss auf, das wird massiv unterschätzt und es ist wichtig. Richtet Euch eine „Geburtsoase“ mit Matten am Boden, einem Ball und vielen Extrakissen ein, damit es nicht nur die Gebärpritsche gibt, auf die man erstens mühsam raufklettern muss und die zweitens nicht mehr bereit hält als „Liegen“. Und das ist ja bekanntlich weder die angenehmste noch die effektivste Position, um den Wehen konstruktiv und kraftvoll zu begegnen.

  1. Kliniktasche für die Wochenbettstation:
  • Schlafanzüge oder ein paar T-Shirts und Leggins/Yogahosen oder Ähnliches. Bei Oberteilen ist es praktisch, wenn diese sich zum Stillen entweder hochschieben (T-Shirt), aufknöpfen oder den (tieferen) Ausschnitt über die Brust ziehen lassen. Nimm schöne Sachen mit, in denen du dich wohl- und auch bei Besuch und Visiten nicht total unmöglich fühlst.
  • Eine Wet-Bag, also ein kleckerdichter Wäschbeutel. Wird dich die nächsten Jahre begleiten …
  • Handtücher.
  • Stoff- oder Strick-Stilleinlagen aus Wolle/Seide oder Baumwolle sind in den ersten Tagen viel angenehmer auf der Haut bei empfindlichen Brustwarzen als die Einmal-Einlagen. Letztere wiederum bekommst du im Krankenhaus zur Verfügung gestellt.
  • Luxusklopapier: Zwei Rollen supersoftes, mindestens vierlagiges Im Krankenhaus gibt es meistens nur das dünne, raue mit Schmirgelpapieranmutung.
  • Feuchtes Klopapier, nicht das nachhaltigste der Welt, kann aber auch angenehm-erfrischend sein und fühlt sich manchmal „weicher“ an als trockenes. Auch das in der flauschig-sensitive-deluxe-Variante, möglichst ohne Duftstoffe und Co.
  • Selbst ohne Dammverletzungen fühlt sich deine Mumu nach der Geburt gern ein bisschen angeschreddert an. Unglaublich mild-lindernd-kühlend-heilend ist mein Lieblingsprodukt, das Recover-Spray. Auch bei Hämorrhoiden super-angenehm!
  • Händedesinfektionsmittel ist in der Klinik (im Gegensatz zu zuhause) sinnvoll! Ein ganz toll duftendes ist das hant vrisch von aer x undgretel
  • Tagebuch und Schreibzeug, für Listen, Notizen und Gedanken.
  • Thermoskanne, Lieblingstee: Damit kannst du dir auf der Station immer frischen Tee selber kochen.
  • Für dein Baby: etwas Kuscheliges, Nestiges von zu Hause, gern schon »eingeschlafen« mit Mama-Papa-Geruch: ein Lammfell, ein Mützchen, ein Kuscheltier.
  • Eine kleine Baby-Kuschel-Wolldecke zum Stillen und Einwickeln auf zugigen Krankenhausfluren.

Für eine ambulante Geburt oder spätestens für den Heimweg:

  • Babywäsche und frische (Umstands-)Kleidung. Dein Baby kann natürlich auch schon im Krankenhaus eure eigenen Sachen anhaben, dann müsst ihr diese mitbringen. Einigen Eltern ist das viel lieber (schöner sind sie sicher), ihr müsst dann aber ein bisschen aufpassen, dass nicht beim Wickeln einer eifrigen Kinderschwester dann der teure Wolle-Seide-Body im Wäscheeimer der Großwäscherei landet – der ist dann nämlich für alle Zeiten weg (und bei 90 Grad dann auch auf Barbie-Größe zusammengeschrumpft. Passiert manchmal zuhause auch). Anfangs werdet Ihr sicher noch ein bisschen orientierungslos sein – wie viele Schichten gehören übereinander, obendrüber echt noch ne Strickjacke (immer: ja. Wollsocken, Mätzchen: anfangs können Babys ihre Temperatur noch nicht gut allein halten, da sie aus konstant 37-Grad-warmen Mamabauch kommen – und diese Umgebungstemperatur zunächst vermissen.

(Mehr dazu auch im Blogartikel Was ein Baby braucht.)

  • Baby-Autositz: Probiert den Baby-Autositz-Einbau unter Originalbedingungen unbedingt vorher aus, damit ihr bei der ersten Fahrt wisst, wo und wie man die Gurte einfädelt – und nicht erst bei strömendem Regen auf dem Klinikparkplatz daran herumbastelt. Ist nicht schwer, muss man aber einmal gemacht haben.

Was du in der Klinik nicht brauchst (weil vorhanden):

  • Binden, Stilleinlagen und Einmalhöschen bekommst du während deiner Klinikzeit von dort. Auch dein Baby hat üblicherweise erst mal Klinik-Anziehsachen an. Handtücher gibt es zumindest im Kreißsaal, aber besonders groß und flauschig sind die nicht. Letztere also: besser mitbringen.