Der Wochenbettkorb

30. Oktober 2017

Nach der Geburt gibt es ein paar Dinge, von dessen Existenz Du vorher vermutlich noch nicht mal wusstest, die dann aus Deinen ersten Tagen mit Deinem Baby aber gar nicht mehr wegzudenken sind.

So Manches wirst Du über einen ganze Zeit hinweg immer in Griffweite brauchen. Denn mehr als Du denkst, bist Du immer wieder ohne jegliche Chance, Dich kurz wegzubewegen, im Bett festgetackert sein, mit Baby im Arm oder am Busen oder beides.

Auch wenn es erst mal anstrengend klingt: Das ist grundsätzlich auch gut und genau richtig so. Über das Wochenbett wird viel geredet und geschrieben, und immer dann, wenn wir Hebammen da mit im Boot sind, geht es darum, dass das WochenBETT so heißt, weil man eben drin liegt, je mehr und je länger, umso besser.

Deshalb ist ein Körbchen etwas, das gut neben Dir auf dem Nachtschränkchen oder im Babybay (haha, Du dachtest da liegt das Baby drin? Hmm … warte ab …) stehen kann, so dass Du alles in Reichweite hast und nicht überall kleine Tübchen unterm Kissen pieken oder Stilleinlagen nie dann auffindbar sind, wenn man sie braucht. Einige exotischere Dinge kannst Du auch schon gut vorher besorgen.

Auf dem Bild sind ein paar Dinge zu sehen, und dieses Körbchen habe ich in diesem kleinen Filmchen vorgestellt, in dem ich eine Stunde lang über das Wochenbett, dessen Vorbereitung und auch Genuss gesprochen habe. Wer mich also immer schon mal mit etwas lockenstabondulierter Frisur sehen wollte, der klicke und schaue hier und demnächst wird dieses hübsche Körbchen von Lumikello (mit Inhalt natürlich) bei mir auf Instagram verlost (@kareendannhauer).

Ein paar Sachen für deine frische Wochenbettzeit in der Klinik oder zu Hause solltest Du schon vorher organisieren, damit niemand nach der Klinikentlassung am Samstagnachmittag noch los muss, um exotische Dinge zu besorgen. Ein Wochenbett will wirklich vorbereitet werden!

Eine kleine Aufzählung von Dingen, die Deiner Erholung dienen, Deiner Heilung und ein paar der heißesten Hebammentipps, die (fast) alle Frauen dann sowieso brauchen …

  • Ein paar gute Säfte – zum Beispiel mit allen möglichen Superfood-Zutaten wie Sanddorn, Acerola, Ananas. Vitamin C hilft, nach dem Blutverlust einer Geburt das Eisen aus der Nahrung gut aufzunehmen, damit du schnell wieder auf die Füße kommst. Das Enzym aus der Ananas, Bromelain, unterstützt die Wundheilung. Ich liebe auch sehr den Sanddorn-Saft von Weleda (Werbung hier und an allen anderen Stellen: unbeauftragt und unbezahlt)
  • Gutes Studentenfutter: Gekauftes, »normales« Studentenfutter besteht meistens zur Hälfte aus recht billigen Zutaten wie Erdnüssen und Rosinen. Da gibt es Besseres: Kaufe dir je eine große Tüte Cashew-Kerne, Mandeln, Macadamia- und Paranüsse. Dazu getrocknete Cranberries, Aprikosen, Datteln, was auch immer du magst. Früchte klein schneiden und mit den Nüssen in einem großen Glas mischen. So hast du immer einen qualitativ und kalorisch hochwertigen Snack zur Hand – der auch noch das Süßbedürfnis bedient. Irgend etwas zum Essen brauchst Du immer in Griffweite, seien es Nüsschen, eine Banane, ein Käsebrot.
  • Ein schöner, wohliger, unterstützender Wochenbett-Tee für Körper und Seele, zum Beispiel Weiches Wochenbett, am besten natürlich trinkfertig in einer Thermoskanne.
  • Für deine Brustwarzen: Bei fast allen stillenden Frauen werden die Brustwarzen anfangs (mindestens) etwas empfindlich sein. Das geht vorbei und sollte auch vorbei gehen! Es hilft eine lindernde Salbe mit Lanolin. Zum Beispiel mein Nipple Balm.
  • Eine Stillcreme: Rund um den Milcheinschuss (der neuerdings »initiale Brustdrüsenschwellung« heißt), etwa am dritten Lebenstag deines Babys, wird dein Busen vermutlich mehr oder weniger prall und über Nacht etwa um drei Körbchengrößen anwachsen. Das ist nicht nur skurril anzuschauen, sondern manchmal auch ziemlich unangenehm. Oft tut eine ganz sanfte, ausstreichende Massage gut. Das geht am besten mit einer Creme oder einem Öl. Die Granatapfel-Busencreme  ist toll dafür, gut geht auch ein Stillöl (Weleda oder Ingeborg Stadelmann) oder die Mercurialis-perennis-Salbe 20% (Weleda). Letztere ist auch super bei einem Milchstau und bei sehr ausgeprägt wunden Brustwarzen.
  • Ein Spray für alles: Für die empfindliche Dammregion – möglicherweise nach der Geburt etwas geschürft oder verletzt – ist ein kühlendes Spray oft lindernd, wundheilend, abschwellend. Im Recover Spray finden sich Hydrolate von Rose, Hamamelis, Schafgarbe und Neroli zusammen mit Aloe und Beinwell- und Tigergrasextrakt. Du kannst es auch zur Nabelpflege verwenden, einen wunden Babypo, eben für alles, was heilen soll.
  • Das homöopathische Mittel Arnica. Immer gut in der Hausapotheke zu haben und nach Geburten immer eines der ersten Mitte, für Geburts- oder Kaiserschnittsverletzungen oder auch die Plazentawunde. In der C 6 oder C 30, berate dich dazu mit deiner Hebamme
  • Bereite Essen vor und friere es ein oder lege schöne Rezepte zurecht, mit denen du dich bekochen lassen möchtest. Wenn dein Mann nicht so kochbegabt ist – es gibt auch Convenience-Angebote wie das kochhaus.de. Dort kann man die komplette Zutatentüte für tolle Rezepte einfach fertig bestellen und sich bundesweit liefern lassen. Gar nicht wegzudenken aus der Kraft-Mama-Nahrung: Die gute alte Hühnersuppe.
  • Stillkugeln: sind eine konzentrierte, gehaltvolle und leckere Kleinigkeit, nährender als ein Schokoriegel (der es natürlich auch sein darf), auch dazu poste ich Euch demnächst auch noch mal ein Rezept.
  • Zum Thema Binden habe ich hier schon einmal ausführliches geschrieben, auch zur Variante aus Stoff, zumindest ab Woche 2 bis 3
  • Auch immer griffbereit: Eine kleine kuschelige Babywolldecke zum zudecken, einmummeln, pucken
  • Und natürlich: Spucktücher.

Diese Liste ist beliebig verlängerbar – sorge dafür, dass Du alles um Dich rum so gestaltest, dass Du es schön hast, dass Du gut versorgt bist – damit Du auch wirklich schön im Bett bleiben kannst.

Schöne Babyflitterwochen für Euch!